Vortrag über den Papierindustriellen Hans Fischer-Zach

Hans Fischer-Zach (4. v. r.) bei der Einweihung der damals größten Papiermaschine des EWG-Raums im April 1969 in Maxau. Foto: Stadtarchiv Karlsruhe 8_BA_Schlesiger_A17_93_5_08

 

Gernsbachs scheidender Stadtarchivar Wolfgang Froese verabschiedet sich mit einem Vortrag in den Ruhestand. Auf Einladung des Arbeitskreises Stadtgeschichte spricht er am Donnerstag, 15. Oktober, in den Zehntscheuern über „Eine deutsche Karriere – der Papierfachmann Hans Fischer-Zach“. Beleuchtet wird darin der berufliche Werdegang des 1980 gestorbenen Gernsbacher Unternehmers während der Zeit des Dritten Reichs und der frühen Bundesrepublik.

Im Gedächtnis geblieben ist Fischer-Zach hierzulande vor allem als leitender Manager der Firma E. Holtzmann & Cie und der mit ihr verbundenen Papier- und Zellstoffwerke Ettlingen-Maxau. Der maßgeblich von ihm betriebene Umzug der Zeitungspapierproduktion von Wolfsheck nach Maxau im Jahr 1969 stellte einen tiefen Einschnitt in der Unternehmensgeschichte und für den Papierstandort Murgtal dar.

Bislang nahezu unbekannt ist dagegen seine Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen. Gestützt auf öffentlich zugängliche Quellen, darunter die Entnazifizierungsakten, fragt der Archivar, welches Verhältnis Fischer-Zach gegenüber dem NS-System einnahm. Zur Sprache kommen dabei auch vordergründige Widersprüche wie seine Mitgliedschaft in der NSDAP und seine gleichzeitige Bereitschaft, einzelnen Verfolgten des Naziregimes zu helfen.

In Hans Fischer-Zach verkörpere sich „beste deutsche Papiermachertradition“, heißt es in einer Würdigung aus dem Jahr 1972. Mit der Vorstellung seiner Rechercheergebnisse möchte Froese nach eigenem Bekunden versuchen, „Bausteine für eine Neubewertung“ der Person Fischer-Zachs zu liefern.

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden zugunsten der Restaurierung der Statue der heiligen Anna wird gebeten.